FACHPRAXIS FÜR KIEFERORTHOPÄDIE
Kieferorthopädie an der Europagalerie
FAQ - Zusatztext

HÄUFIGE FRAGEN

IN WELCHEM ALTER WIRD BEI KINDERN EINE BEHANDLUNG BEGONNEN?

 

In der Regel nicht vor 9 – 10 Jahren, damit die Behandlung nicht zu lange dauert. Im allgemeinen ist der Zahnwechsel erst mit 12 – 13 Jahren beendet, vorher kann eine kieferorthopädische Behandlung nicht abgeschlossen werden.

 

FRÜHBEHANDLUNGEN können schon mit 4 – 7 Jahren begonnen werden. So werden häufig lange Behandlungen vermieden bzw. verkürzt und Fehlfunktionen z.B. eine falsche Lage der Zunge normalisiert.

 

Wir empfehlen eine unverbindliche Vorstellung, um die Entwicklung des Gebisses und der Kiefer kontrollieren zu lassen. Nur in wenigen Fällen ist eine Behandlung in diesem Alter erforderlich.

Der frühe Besuch beim Kieferorthopäden gibt Klarheit über den richtigen Zeitpunkt der Behandlung. Gerne beraten wir Sie.

KOSTENÜBERNAHME

 

Entscheidend für die Kostenübernahme ist das Ausmaß der Fehlstellung und das Alter des Patienten.

Dazu wird eine Einstufung nach KIEFERORTHOPÄDISCHEN INDIKATIONSGRUPPEN / KIG vorgenommen.

Bei Zahn- und Kieferstellungen, die in den Indikationskatalog fallen, wird eine BEHANDLUNGSPLAN erstellt. Dort werden die voraussichtlichen Behandlungsmaßnahmen und Kosten festgehalten. Nach der Genehmigung durch die Krankenkasse werden 80% ( 90% beim zweiten ) Kind direkt übernommen, und 20% (10% beim zweiten Kind) der Kosten muss der Patient zunächst selbst tragen.

Nach erfolgreichem ABSCHLUSS der Behandlung erhält der Patient seine Versichertenanteil von der Krankenkasse erstattet.

 

Nicht jede Korrektur der Zahn- und Kieferstellung wird von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Sind die INDIKATIONSRICHTLINIEN NICHT erfüllt, wird die Behandlung nicht von der Krankenkasse übernommen. In diesem Fall erhält die Krankenkasse und der Patient eine entsprechend Mitteilung.

 

Bei Erwachsenen und nach Vollendung des 18. Lebensjahres werden die Kosten nur bei ausgeprägten Kieferfehlstellungen übernommen, wenn eine Korrektur nur durch eine kombiniert kieferorthopädisch- kieferchirurgische Behandlung (Dysgnathie- Operation) möglich ist.

WARUM LASSEN SICH ZÄHNE BEWEGEN?

Die Zähne reagieren auf Druck und lassen sich lebenslang und altersunabhängig bewegen.

 

WOZU DIENEN BÖGEN?

Bögen sind Drähte in den verschiedenen Zahnbogenformen und bestehen aus unterschiedlichen Materialien, Stärken und Durchmessern. Sie werden in den Schlitzen (slots) der Brackets befestigt. Durch die Spannungskräfte, welche durch die Verformung entstehen, verschieben sie den Zahn in die gewünschte Richtung und bewirken z. B. Drehung, Neigung und Verschiebung.

IST DAS EINSETZEN EINER FESTEN MULTIBANDAPPARATUR (BRACKETS) SCHMERZHAFT?

Die ersten 2-3 Tage sind gewöhnungsbedürftig und die Zähne können empfindlich auf Druck reagieren.

Das Einsetzen der Spange tut nicht weh, dauert aber circa 1 - 2 Stunden, wenn am gleichen Termin der Ober- und Unterkiefer beklebt wird.

WAS IST EIN BIONATOR?

Der Bionator ist eine lose Zahnspange, die sehr gut zur Korrektur der Bisslage (vergrößerter Überbiss oder Unterbiss) und des Gesichtswachstums geeignet ist.

Leider ist diese Spange zur Korrektur von starken Zahnfehlstellungen oder bei ausgeprägtem Platzmangel ungeeignet, da sie nur auf die Kiefer bzw. die Kieferrelation wirkt.

Was ist ein HERBST®- Scharnier?

Das Herbst®- Scharnier ist eine festsitzende Apparatur zur Korrektur eines vergrößerten Überbiss und einer großen Unterkieferrücklage. Bei vielen Jugendlichen Patienten liegt eine Rücklage des Unterkiefers vor, erkennbar an der vergrößerten Stufe zwischen Ober- und Unterkiefer.

 

Diese Rücklage wurde früher fast ausschließlich mit „mundfüllenden“ herausnehmbaren Geräten behandelt, meist in Kombination mit einem sogenannten Außenbogen. Dabei war bei ausgeprägten Unterkiefer- Rücklagen meist über einen langen Zeitraum, 12 – 18 Monate, eine sehr gute Mitarbeit des Patienten notwendig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen.

Demgegenüber bietet das Herbst®- Scharnier einen erheblichen Gewinn an Komfort und Bequemlichkeit. Der Zungenraum ist nicht eingeengt und die Aussprache nicht beeinträchtigt. Da das Scharnier fest eingesetzt ist, wirkt es rund um die Uhr und in der Regel wird nach 6 – 9 Monaten ein gutes Ergebnis erreicht.

WAS IST EINE AUßENSPANGE?

Die Außenspange (Headgear oder Gesichtsbogen) kommt zum Einsatz, wenn eine Abstützung außerhalb des Mundes notwendig ist. Zum Beispiel, wenn die oberen hinteren Backenzähne an ihrer Position gehalten oder nach hinten verschoben werden sollen, oder das Wachstum des Oberkiefers beeinflusst werden soll. Die Abstützung erfolgt dann über das Nackenband, das die Kraft nach hinten lenkt.

MÜSSEN IMMER ZÄHNE GEZOGEN WERDEN?

NEIN- nur in Ausnahmefällen reicht der Platz nicht für alle bleibenden Zähne. Dies wir jedoch immer in einem ausführlichen Gespräch zwischen dem Patienten und dem Kieferorthopäden besprochen.

VERANKERUNG MIT MINISCHRAUBEN

Diese neue, sehr effektive Behandlungsmethode ermöglicht das Bewegen von Zähnen mit Hilfe eines festen Verankerungspunktes außerhalb des Zahnbogens.

Die Minischraube, auch Pin, genannt wird für eine kurze Zeit zwischen die Wurzeln benachbarter Zähne eingeschraubt. Dadurch können sich Extraktionen oder Zahnziehen vermeiden lassen oder große Lücken ohne Gegenbewegung der anderen Zähne geschlossen werden. Minischrauben sind bei Jugendlichen und Erwachsenen anwendbar.

WIE LANGE DAUERT DIE BEHANDLUNG MIT EINER FESTSITZENDEN SPANGE?

Die Behandlungszeit ist je nach Behandlungsfall (Ausprägungsgrad der Kiefer- und Zahnfehlstellung) ganz unterschiedlich lang. Der Zahnwechsel ist im allgemeinen erst mit 12 – 13 Jahren beendet; vorher kann eine Behandlung meist nicht abgeschlossen werden.

Um das erzielte Ergebnis zu stabilisieren ist auf jeden Fall ein Retentionsgerät (herausnehmbare Spange oder Retainer) notwendig.

MACHT DIE FESTE ZAHNSPANGE DIE ZÄHNE KAPUTT?

Die Zahnspange macht die Zähne NICHT kaputt!

Sehr wichtig ist während der festsitzenden Behandlung einen ganz regelmäßige und gründliche Zahnpflege.

Beläge, die nicht entfernt werden, bilden Säuren, die den Zahnschmelz angreifen, verfärben und zerstören. Dabei ist besonders die Fläche um die Brackets herum gefährdet.

Vor der Behandlung wird daher geprüft, ob der Patient in der Lage ist, seine Zähne effektiv und regelmäßig zu reinigen und ggf. wird mit ihm geübt.

 

Nach dem Einsetzen der festen Spange werden dem Patienten die speziellen Techniken, um die feste Spange zu reinigen, erklärt und bei den Kontrollterminen überwacht, damit die Zähne gesund und schön bleiben.

BRAUCHT MAN EINE SPEZIELLE ZAHNBÜRSTE ODER ANDERE EXTRAS?

Bei Verwendung einer elektrischen Zahnbürste sollte ein spezieller KFO- Aufsatz benutzt werden.

Die Zahnzwischenraum- oder Interdentalbürste sollte zusätzlich nach dem normalen Putzen verwendet werden, um den Zahn unter dem Bogen reinigen zu können.

Anschließend sollte mit der Einbüschelbürste um das Bracket herum geputzt werden.

 

Schon vor dem Einsetzen der Spange wird Ihr Kind zur regelmäßigen und gründlichen Zahnpflege motiviert. Nach dem Einsetzen der festen Spange erhält es eine eingehende Unterweisung und Informationsmaterial.

WIE WIRD ERREICHT, DASS DIE ZÄHNE NACH DER BEHANDLUNG GERADE BLEIBEN?

Zur Vermeidung eines Rückfalls oder späteren Frontengstandes sollte nach Abschluss der erfolgreichen Behandlung ein Retainer an die Innenflächen der Zähne geklebt werden. Der Retainer besteht aus einem Stahldraht, der punktförmig an der Innenseite der Zähne befestigt ist.

Denn einerseits haben die Zähne, auch nach der Behandlung, das Bestreben in ihre alte Position zurückzukehren,

andererseits verschieben sich die Frontzähne durch das Restwachstum des Unterkiefers weiter, so dass es zu einer deutlichen Änderung der Frontzahnstellung kommen kann.

Der Retainer sollte deshalb so lange wie möglich im Mund verbleiben. Dabei sollte er in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

Alternativ kann das erzielte Ergebnis mit herausnehmbaren Spangen oder Schienen, die regelmäßig getragen werden, stabilisiert werden.

Auch nach Abschluß der Retentionsphase müssen die Geräte in bestimmten Abständen anprobiert werden.